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Warum Ihre Daten keine Entscheidungen auf dem Shopfloor steuern: Die Alignment-Lücke

Warum Fertigungsdaten häufig nicht zu Entscheidungen auf dem Shopfloor führen und wie das Schließen der Alignment-Lücke zwischen Menschen, Daten und Ausführung Reibungsverluste und manuellen Aufwand reduziert.

Warum Ihre Daten keine Entscheidungen auf dem Shopfloor steuern: Die Alignment-Lücke

Für die meisten Werks- und Produktionsverantwortlichen dreht sich das Tagesgeschäft um Output und die Messung von Ergebnissen. Sie stellen sicher, dass die Produktion weiterläuft, Kunden beliefert werden und Ziele im Großen und Ganzen erreicht werden. Dennoch erfordert die Aufrechterhaltung einer stabilen Performance oft mehr Abstimmung, Rückkopplungen und manuellen Aufwand, als eigentlich notwendig sein sollte.

Dabei geht es nicht um Disziplin oder Erfahrung. Produktionsteams sind belastbar und daran gewöhnt, mit Schwankungen umzugehen. Die Herausforderung liegt an anderer Stelle: in dem Aufwand, der erforderlich ist, um Menschen, Daten und Entscheidungen aufeinander abzustimmen.

In den meisten Werken existieren die Daten, die für den Betrieb notwendig sind, bereits. Maschinen erzeugen Signale, Stillstandszeiten werden erfasst, und Produktions- sowie Qualitätskennzahlen werden in Systemen wie SCADA (Supervisory Control and Data Acquisition), MES (Manufacturing Execution System), ERP (Enterprise Resource Planning) und CMMS (Computerised Maintenance Management System) nachverfolgt.

Was fehlt, sind nicht Informationen, sondern ein gemeinsames, vertrauenswürdiges Verständnis dessen, was diese Informationen im Kontext der täglichen Ausführung tatsächlich bedeuten.

Infolgedessen verbringen Schichtleiter, Instandhaltungsplaner und Werksleiter viel Zeit damit, Informationen zusammenzuführen. Daten werden exportiert, Zahlen abgeglichen und Teams stimmen sich schichtübergreifend ab, um zu bestätigen, was tatsächlich passiert ist. Bevor sie entscheiden können, was als Nächstes zu tun ist, müssen sie zunächst ein gemeinsames Verständnis der Situation schaffen. Diese Alignment-Lücke wird aufgrund lang etablierter Routinen leicht übersehen, macht sich jedoch in den Ergebnissen bemerkbar.

Tatsächlich müssen Datenerfassung, -verarbeitung und -analyse selbst bei einer Vielzahl von Quellen nicht manuell erfolgen. Automatisierung und digitale Mitarbeitende können die Lücke in den Datenprozessen eines Werks schließen und eine einheitliche Grundlage schaffen, die alle Mitarbeitenden auf demselben Informationsstand hält und fundierte Entscheidungen beschleunigt.

Wo die Reibungsverluste sichtbar werden

In Lackierbetrieben beispielsweise standen große Mengen an Prozess- und Qualitätsdaten zur Verfügung. Dennoch wurden Fehler häufig erst spät erkannt und erst dann diskutiert, nachdem sich Nacharbeit und Ausschuss bereits angesammelt hatten. Qualitätsprobleme wurden dokumentiert, jedoch nicht immer konsistent, was es Produktions- und Qualitätsteams erschwerte, sich rechtzeitig auf die Ursachen zu einigen, um Wiederholungen zu verhindern.

Ein ähnliches Muster zeigt sich in der Instandhaltung. In industriellen Maschinenumgebungen lagen Maschinenprotokolle und Servicedaten über Jahre hinweg vor. Dennoch arbeiteten Instandhaltungsteams größtenteils reaktiv und reagierten auf Ausfälle erst dann, wenn diese die Produktion bereits beeinträchtigt hatten. Frühwarnsignale existieren, werden jedoch nicht klar mit den täglichen Entscheidungen verknüpft, weshalb präventive Maßnahmen nur begrenzt umgesetzt werden.

Über diese unterschiedlichen Kontexte hinweg zeigt sich dieselbe Reibung. Teams verbringen mehr Zeit damit, sich darüber abzustimmen, was passiert ist und warum, als auf Grundlage dieser Informationen zu handeln. Dieser Aufwand zeigt sich in alltäglichen Situationen:

  • Schichtübergaben, die sich stärker auf die Erklärung von Problemen als auf deren Lösung konzentrieren

  • Leistungsreviews, in denen Zeit für den Abgleich von Zahlen aufgewendet wird, statt Verluste zu adressieren

  • Instandhaltungsplanungen, die aufgrund unerwarteter Stillstände immer wieder neu organisiert werden müssen

  • Qualitätsbesprechungen, die erst stattfinden, nachdem die Kosten für Ausschuss oder Nacharbeit bereits entstanden sind

Keiner dieser Momente ist für sich genommen außergewöhnlich. Zusammengenommen führen sie jedoch zu einer ständigen Belastung der operativen Kapazität und der Aufmerksamkeit des Managements.

Besonders herausfordernd ist dabei, dass Verbesserungsinitiativen in direkter Konkurrenz zum Tagesgeschäft stehen. Wenn der Großteil der Energie eines Teams dafür aufgewendet wird, den Betrieb am Laufen zu halten, bleibt wenig Spielraum, die Art und Weise der Arbeit zu verändern. Infolgedessen werden Organisationen sehr gut darin, Reibungsverluste zu umgehen, anstatt sie zu beseitigen. Daraus ergibt sich die Frage: Welche Vorteile bringt die Reduzierung dieser versteckten Reibungsverluste?

Was sich verändert, wenn sich die Abstimmung verbessert

Im Beispiel der Lackiererei begann die Reduzierung dieser Reibungsverluste nicht mit der Einführung neuer Datenquellen. Sie begann mit der Verknüpfung bestehender Anlagen-, Prozess- und Qualitätsdaten, um Fehlermuster früher sichtbar zu machen. Dadurch konnten Teams schneller zu einem gemeinsamen Verständnis gelangen und sich mit größerer Sicherheit auf die Ursachen einigen. Dies führte dazu, dass Ausschuss- und Nacharbeitsquoten um 20–40 % sanken und sich die Effizienz verbesserte – nicht weil die Menschen härter arbeiteten, sondern weil sie weniger Zeit mit Diskussionen und mehr Zeit mit Handeln verbrachten.

Im Instandhaltungskontext wurde Fortschritt erzielt, indem Daten zum Maschinenverhalten mit Servicedaten verknüpft und Anomalien anhand tatsächlicher Wartungsereignisse validiert wurden. Dabei konnten 9 von 17 bekannten ausfallbezogenen Ereignissen erkannt werden, was einer Erkennungsrate von etwa 53 % entspricht. Bereits in einem frühen Stadium half dies den Teams dabei, sich von rein reaktiven Maßnahmen zu lösen und zu gezielteren, vorausschauenden Eingriffen überzugehen. Dadurch verringerte sich die Abhängigkeit von Notfalleinsätzen, und die Stabilität verbesserte sich im Laufe der Zeit.

Diese Beispiele verdeutlichen ein gemeinsames Problem. Die versteckten Kosten in vielen Werken entstehen nicht durch einen Mangel an Technologie, sondern durch den Aufwand, der erforderlich ist, um Informationen über verschiedene Rollen und Funktionen hinweg sinnvoll nutzbar zu machen.

Ein hilfreicher Ausgangspunkt für Werks- und Produktionsverantwortliche besteht darin, zu betrachten, wie die Zeit im Tagesgeschäft verwendet wird. Reagiert das Team hauptsächlich auf Probleme oder beschäftigt es sich damit, sich darüber abzustimmen, worin die Probleme tatsächlich bestehen? Wenn Abstimmung mehr Zeit in Anspruch nimmt als Handeln, wird die Leistung durch Menschen und manuellen Aufwand aufrechterhalten und nicht durch Systeme und Daten.

Die Reduzierung dieses Aufwands erfordert keine großen Transformationsprogramme. Oft beginnt sie mit einer Produktionslinie, einer Anlage oder einer wiederkehrenden Entscheidung sowie mit dem Fokus darauf, das operative Gesamtbild für alle Beteiligten klarer und konsistenter zu machen.

Der Betrieb eines Werks wird immer Urteilsvermögen und Erfahrung erfordern. Schwankungen werden niemals verschwinden. Der Aufwand, der erforderlich ist, um mit ihnen umzugehen, ist jedoch nicht unveränderlich. Wenn Abstimmung einfacher wird, verbessert sich die Leistung bei geringerer Belastung für die Teams, die sie Schicht für Schicht erbringen.

Auf diesem Prinzip basiert unsere Unterstützung von Kunden in der Fertigungsindustrie: nicht indem wir zusätzliche Daten erzeugen, die weiteres Rauschen verursachen, sondern indem wir bestehende Systeme und Daten nutzen, um Output und Qualität zu verbessern sowie manuellen Aufwand und Abstimmungszeiten zu reduzieren.